Die fünf Säulen des Islam

Glaubensgrundlagen der Muslime

28.12.2007 Brigitte Jaeger-Dabek

Der islamische Glaube beruht auf fünf für jeden Gläubigen verpflichtenden Grundriten.

Der Islam ist eine Gesetzesreligion, die sowohl die Glaubensäußerungen als auch das Alltagsleben der Gläubigen regelt.

Die islamischen Glaubensprinzipien beruhen auf den „Fünf Säulen des Islam“, bei denen es sich um Grundriten handelt, die jedem Muslim vorgeschrieben sind. Sie sind sehr einfach zu verstehen und zu befolgen.

1. Säule – Das Glaubensbekenntnis

Shahada, das Aufsagen des islamischen Glaubensbekenntnisses „la Ilaha illa Allah wa Muhammad Rasul Ullah – es gibt keinen Gotte außer Gott und Mohammed ist der Prophet Gottes. Von den Schiiten wird dieses Bekenntnis noch um die Formel „wa Ali Wali Allah – und Ali ist der Freund Gottes“ ergänzt.

2. Säule – Das Gebet

Salat, das Gebet, ist fünf Mal täglich zu verrichten. Nach genau vorgeschriebenen rituellen Waschungen finden die Gebete zu exakt festgelegten Zeiten statt: vor Sonnenaufgang, zu Mittag, am Nachmittag, nach Sonnenuntergang und vor Mitternacht. Inhalt und Form der Gebete, die in arabischer Sprache stattfinden, sind ebenfalls festgelegt.

3. Säule – Das Fasten

Saum, das dreißigtägige Fasten im Monat Ramadan, das für alle gesunden erwachsenen Muslime Pflicht ist. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr untersagt.

4. Säule – Die Mildtätigkeit

Zakat, die Verpflichtung zur Mildtätigkeit, die heute meist in Form von Spenden abgeleistet wird, wurde ursprünglich auf Ernte, Vieh und jegliches Vermögen erhoben.

5. Säule – Die Pilgerfahrt

Hadsch, die Verpflichtung mindestens einmal im Leben an der großen Pilgerfahrt nach Mekka teilzunehmen.

Diese Pflichten sind auch als Äußerungen der islamischen Gemeinschaft zu sehen. Persönliche Frömmigkeitsäußerungen wie eigene Gebete können sie lediglich ergänzen, nicht ersetzen.

Eine muslimische Gemeinschaft betrachtet eine Regierung nur so lange als islamisch, als diese die Grundpfeiler des Glaubens sowie Koran, Sunna uns die Hadithe (Traditionen und Überlieferungen aus dem Leben des Propheten) als Grundlagen der islamischen Gesellschaft sowie die Rechtsordnung Scharia als Grundlage der öffentlichen Ordnung anerkennt. Die Scharia, die Sunna, Hadithe und den Koran in eine islamische Rechtsordnung umsetzt, hatte von Anfang an den Anspruch, das gesamte Leben der muslimischen Gemeinschaft vom Individuum bis zum Staat zu regeln.

Genau die Forderung nach konsequenter Wiedereinführung der Scharia als alleingültiger Rechtsordnung haben sich die Islamisten auf ihre Fahnen geschrieben, wenn sie den Gottesstaat propagieren.

Die klaren, einfachen Riten und Prinzipien, die auch von weniger Gebildeten leicht fassbar sind, sowie die Tatsache, das Mohammed als ein Mensch betrachtet wird, es also nicht so komplizierte Sachverhalte wie die Dreieinigkeit und die Menschwerdung des Wortes durch Jesus zu verstehen gilt, machten einen großen Teil des schnellen Siegeszugs des Islams aus.

Der Islam ist also eine Religion, die in allen Lebenslagen präzise Vorschriften und Glaubensregeln parat hat, der Gläubige muss sich nur einer Tatsache immer wieder erinnern: „Allahu akbar – Gott ist größer“.

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